Canon EOS R: Die erste Vollformat Profi-Systemkamera von Canon

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Canon EOS R: Die erste Vollformat Profi-Systemkamera von Canon
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Das Geschäft mit spiegellosen Vollformatkameras hat sich aktuell radikal verändert. Wer bislang an einer Systemkamera mit Vollformatsensor interressiert war, hatte die Wahl zwischen einigen Sony-Modellen aus der Alpha Reihe oder einer Panasonc Lumix.
Seit September 2018 gibt es Alternativen: Nikon Z6 und Z7 und die Canon EOS R.

 

Übersicht:

Vorteile:

  • Überzeugende Bildqualität und Canon-typische Farbwiedergabe
  • Canon 5D Mark IV Sensor in einem kleineren Gehäuse
  • Rasanter und treffsicherer Autofokus
  • Innovative Ausstattung und Features
  • Sehr gute Lowlight-Performance
  • Umfangreiches Angebot an Linsen von Anfang an

 

Nachteile:

  • Kein Bildstabilisator im Gehäuse
  • Serienbildrate mit AF-C reduziert
  • UHD-Video mit deutlichem Beschnitt und Rolling Shutter
  • Lautlos fotografieren nur im Einzelbild-Modus

Canon EOS R: Fotograf mit Systemkamera

Canon EOS R – Design und Handhabung

Die meisten spiegellosen Kameras unterscheiden sich im Handling deutlich von DSLRs. Mit Ausnahme der Canon EOS R, die sich trotz der geringeren Größe anfühlt wie eine DSLR. Man bekommt einen Vollformat-Sensor in einem Body, der einer APS-C DSLR sehr ähnlich ist.
Ich empfinde das als recht angenehm.

Der Griff ist groß und ergonomisch gestylt – so kann man auch mit Teleobjektiven vernünftig arbeiten.

 

Das leistet die Systemkamera:

  • 30,3 Megapixel

Die Canon EOS R ist eine spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor und 30,3 Megapixeln Bildauflösung. Damit ist sie direkter Konkurrent zur Nikon Z 6 und zur Sony A7 Mk III.

RF-Bajonett

Wie Nikon geht auch Canon den Weg eines neuen Bajonetts, das die Bezeichnung RF-Bajonett trägt. Dies soll laut Canon einen schnelleren Autofokus und eine Highspeed Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv ermöglichen. Zusätzlich soll es den Backfokus Abstand verringern und in der Bauweise kleinere  Objektive ermöglichen.

3 Objektiv-Adapter

Für die Verwendung alter Objektive wird es 3 Adapter mit unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten geben. Damit sollen sich die EF und EFS Objektive ohne Kompromisse bei Leistung und Qualität weiter verwenden lassen.

1/8000s bis 30s

Verschlusszeiten sind mit den mittlerweile üblichen 1/8000 s bis 30 s und Langzeitbelichtung.

ISO 100 bis 40000

Der ISO Bereich liegt bei 100 bis 40000 erweiterbar auf 102500.

8 Bilder/Sek

Die Serienbildrate liegt bei maximal 8 Bildern pro Sekunde, mit kontinuierlichem Autofokus bei 5 Bildern pro Sekunde.

Sehr schneller Fokus

Mit dem neu entwickelten C-MOS Autofokus System und dem 24-105mm soll die EOS R in 0,05s fokussieren. Der Autofokus arbeitet auch unter schlechten Lichtbedingungen sehr zuverlässig. Ob man immer und unter sehr schlechten Bedingungen die angegebene Geschwindigkeit erreicht, sei dahin gestellt. Trotzdem ist die Low-Light Fokussierung beeindruckend.
Fraglich ist dagegen die Notwendigkeit von 5655 Fokuspunkten, wie sie die EOS R verwendet. Hier stellt sich dann doch die Frage, ob das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen noch stimmt.

OLED-Sucher

Der Sucher ist der offensichtlichste Unterschied zu einer APS-C oder Vollformat-DSLR. Es handelt sich um ein OLED-Display mit 3,69 Millionen Bildpunkten und 0,76facher Vergrößerung.
Das Display ist groß und sehr hell mit bestechender Klarheit, was die angegebene Auflösung von 1280 x 960 Pixeln nicht unbedingt vermuten lässt.
Beeindruckend ist die Performance unter schlechten Lichtbedingungen.

3,2‘‘ LCD Touch Display

Zusätzlich gibt es ein klappbares 3,2‘‘ LCD Touch Display, das auch für die Auswahl des Fokus verwendet werden kann. Es hat eine Auflösung von 2,1 Millionen Punkten. Im Gegensatz zu den Displays der neuen Nikons (Z6 und Z7) ist es voll beweglich.

Gewicht: 580 Gramm ohne Akku

Das leere Gehäuse ohne Akku und Speicherkarte soll um die 580 Gramm wiegen.

Spritzwassergeschützt

Wie man bei einem solchen Preis annehmen darf, besteht das Canon EOS R Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung. Es ist spritzwassergeschützt und damit wetterfest: Gummidichtungen dichten Anschlüsse und Schnittstellen ab.

Wlan, Bluetooth und USB

Für die Konnektivität sorgt Wlan, Bluetooth und USB 3.1

1 SD, SDHC, SDXC

Die Kamera hat einen Speicherkartenslot für SD Karten, SDHC und SDXC Karten. Allerdings wirklich nur einen Schacht, was Videofilmer, die meistens größere Datenmengen zu bewältigen haben oder Backups benötigen, ziemlich ärgern dürfte.

Akku bis 350 Bilder

Der Akku soll bis ca. 350 Bilder reichen.

Optionaler Batteriegriff

Wahrscheinlich wird es einen optionalen Batteriegriff und einen GPS-Empfänger geben.

4k 30 fps, Full HD 60 fps

Videos kann die Canon in 4k mit 30 fps und in Full HD mit 60 fps aufnehmen. Das sollte für die meisten Filmmaker und Videofilmer ausreichen, zumal eine 10-Bit Ausgabe über HDMI möglich ist.

Allerdings:
UHD-Aufnahmen werden zwar mit 30 Bildern direkt auf der Speicherkarte gespeichert, müssen aber unter einen deutlichen Beschnitt des sichtbaren Bereichs hinnehmen. Die Ursache: Bei hochauflösenden Videos nutzt die EOS R nur den zentralen Bereich des Kleinbildsensors.
Die effektive Brennweite verlängert sich so ungefähr um den Faktor 1,7. Erste Testaufnahmen in UHD zeigen zudem einen stark ausgeprägten Rolling-Shutter-Effekt.

Canon Log

Für ein optimales Colorgrading gibt es bei Videoaufnahmen das Canon Log System mit 12 Stufen Dynamikumfang.

Canon EOS R: Model im weißen Kleid

Preise für die EOS R:

Zum Start wird es 2 Kaufvarianten geben:

den Body für 2500 €

das Kit mit dem 24-105mm Objektiv für 3500 €

Die Canon EOS R soll ab Oktober 2018 ausgeliefert werden. Zu diesem Zeitpunkt sind 4 Objektive für das RF Bajonett verfügbar:

28‑70mm RF2 L USM (Weihnachten 2018 3.250 Euro)

50mm f 1.2L USM (erhältlich ab Ende Oktober 2.500 Euro)

35mm f 1.8 Macro IS STM (erhältlich ab Dezember für 550 Euro erhältlich)

24‑105mm f4 L IS USM (1.000 Euro)

Der Mount-Adapter für EF-Optiken ist im Oktober für 110 Euro, in der Version mit Kontroll-Ring für 219 Euro erhältlich.

 

Bedenken gegenüber Canons erster Systemkamera

Die ersten grundsätzlichen Bedenken gegenüber der Canon EOS R waren, dass sie keine Stabilisierung im Body aufweist. Die Nikon Z6, Z7 und Sony Alpha A7 III verfügen alle über eine fünfachsige Stabilisierung, die natürlich sehr praktisch für Aufnahmen aus der Hand ist. Gleiches trifft auf andere Hersteller, wie z. B. Panasonic mit ihrer Lumix Reihe zu.
Dagegen könnte man argumentieren, dass die meisten Objektive von Canon sowieso ihre eigene Stabilisierung haben.
Dennoch stellt die fehlende In-Body-Stabilisierung ein Problem für alle Fotografen und Videografen dar, die mittels Adapter ihre älteren Canon Objektive verwenden wollen.
Dies ist besonders relevant, weil das anfängliche Objektivangebot aus ziemlich teuren, großen und schweren Modelle besteht.
Wünschenswert wäre etwas wie das Canon EF 50mm f/1.8 erwarten: bezahlbar, klein und optisch solide.

Fotograf

Was bringt sie denn jetzt, Canon EOS R?

Zunächst stellen sich mir einige Fragen:
Hat Canon hier einfach 2 Kameras, nämlich die 5D und die 6D gemischt?
Wird hier eine Kamera präsentiert, die keinen Bildstabilisator hat, dafür aber beim Filmen einen Crop-Faktor von 1,7?
Die einen neuen R-Mount besitzt, dessen passende Objektive für „Normal-Fotografen“ schwer bezahlbar sind?

Wo ist denn die Zielgruppe für diese neue Kamera?

Videografen? Vielleicht. Canon hat vor vielen Jahren den Videofilm auf die DSLR gebracht. Damals war man noch innovativ. Heute muss man als Filmer im 4k-Bereich deutliche Einschränkungen hinnehmen (s.o.)
Porträtfotografen? Die können auch auf die 5D Mark IV zurückgreifen. Die hat den gleichen Sensor und da passen in jedem Falle alle alten Objektive mit EF-Mount.
Ähnliches dürfte für Sport- und Landschaftsfotografen gelten. Die wollen nämlich auch keine Adapter.

Canon hat mehrfach betont, dass die EOS R auf keinen Fall eines der anderen Modelle ersetzen soll. Das zeigt das ganze Dilemma der EOS R: Canon ist in erster Linie damit beschäftigt, seine Marktführerposition zu festigen und auf keinen Fall eines der bestehenden Produkte zu kannibalisieren.
Die anderen Hersteller wie Panasonic, Nikon, Sony und Fuji gehen vereinzelt wirklich “all in” und bringen ‘raus, was eben möglich ist.
Das bringt spannende Produkte und Innovationen durch Konkurrenz.

Canon muss da aber nicht mitspielen, Canon Produkte werden trotzdem gekauft.

Interessant ist auch, in welch kurzem Abstand Nikon und Canon ihre spiegellosen Vollformatkameras angekündigt haben. Das ist sicherlich kein Zufall.
Von Interesse dürfte sein, wie Sony sich jetzt verhalten wird und seine Kameras weiter entwickeln wird.

Für Naturfotografen und solche, die es werden wollen:

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