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GIMP gegen Abo Abzocke?

Fotobearbeitung - Gimp

Die meisten Tutorials im Bereich Grafik bzw. Bildbearbeitung beziehen sich auf das Bildbearbeitungs-Flagschiff Photoshop von Adobe.
Seit Photoshop CC sind allerdings viele User über das Abo-Modell von Adobe verärgert: Nach CS6 kann man die Software von Adobe nicht mehr käuflich erwerben, sondern nur noch abonnieren. Da stellt man sich die Frage: Günstiges Abo oder Abzocke?
Und die zweite Frage: Gibt’s Alternativen?

GIMP als Photoshop Alternative?

Ist vielleicht die aktuelle Version von GIMP (2.8) die Alternative, die wir brauchen?
GIMP (GNU Image Manipulation Program) ist eine „Open Source“ Applikation, die für viele Betriebssysteme, einschließlich Windows, Linux oder Mac OSX, erhältlich ist.
Als ich mich vor Jahren das erste Mal mit GIMP auseinandersetzte, war ich nicht gerade begeistert: das Programm arbeitete extrem langsam, lief nicht besonders stabil und hatte eine äußerst gewöhnungsbedürftige Bedieneroberfläche mit schwebenden Fenstern.

Dies alles hat sich in der aktuellen Version relativiert. Zwar ist das Programm immer noch nicht besonders schnell, gerade bei größeren Dateien reagiert es bei einigen Aufgaben mit deutlicher Verzögerung.
Allerdings sprechen die niedrigen Systemanforderungen ganz klar für Gimp, weil es auch auf älteren PCs sehr gut lauffähig ist, was bei neueren Photoshop-Versionen nicht der Fall ist. Außerdem kommt die kostenlose Photoshop – Alternative jetzt zum ersten Mal mit einem optionalen Einzelfenster-Modus daher. Dabei werden sämtliche Module in einem Fenster gebündelt. Sie lassen sich so deutlich besser im Blick behalten.

Alle Tools, sowohl Pinsel- und Bleistiftwerkzeuge als auch das Wischfinger Werkzeugen lassen sich gut an die jeweiligen Erfordernisse anpassen und arbeiten hervorragend. GIMP ist ein schlankes Programm geblieben (ca. 100 MByte gepackt) und unterstützt viele fortgeschrittene Techniken wie Ebenen, Perspektiv-Korrekturen, Farb- und Helligkeitskorrekturen usw.

GIMP für Fotografen

Eine der häufigsten Anwendungen für GIMP ist das Korrigieren digitaler Fotos, die aus irgendeinem Grund nicht ganz perfekt geworden sind. Das Bild ist vielleicht über- oder unterbelichtet, vielleicht etwas gedreht, möglicherweise unscharf. Das sind alles typische Probleme, für die GIMP geeignete Werkzeuge hat.
Das Programm selber beherrscht nicht die Raw-Konvertierung. Man muss also, wenn man in Raw fotografiert, ein spezielles PlugIn herunterladen und installieren.

Apropos – Plugins

Natürlich lassen sich die Möglichkeiten von GIMP durch Plugins erweitern:

Vignette
Wie der Name schon sagt, fügt diese Erweiterung dem Bild eine Vignette hinzu.

Lomo
Sorgt für Farbsättigung und erzeugt eine Vignette

G’MIC
Der Großvater aller PlugIns beinhaltet verschiedene Bildmanipulationswerkzeuge
angefangen vom grundlegenden Schärfen über die Rauschunterdrückung bis zum Soft Glow.

Widerspruch

Wenn GIMP doch so gut ist, warum nutzen dann so viele User Photoshop?

  • Adobe hat ein enormes Marketing Budget, was natürlich zum Vorteil des Unternehmens genutzt wird.
  • Die meisten Fotografen und Grafikbearbeiter lernen mit Photoshop und sehen nicht die Notwendigkeit, sich mit einer ihnen unbekannten Software auseinanderzusetzen.
  • GIMP kann mehr, als die meisten Hobby Anwender jemals benötigen – aber Photoshop kann noch mehr.
  • Photoshop ist Industriestandard – in den meisten Grafikbüros und Werbeagenturen wird mit Photoshop gearbeitet.
  • Photoshop ist in die Creative Cloud und damit in Applikationen wie Illustrator, Dreamweaver oder InDesign integriert.

So kann nun jeder für sich entscheiden, welche Software für ihn die richtige ist. Aber – wie oben schon gesagt:

 

GIMP kann mehr, als die meisten Hobby Anwender jemals benötigen.

P.S:

Hier gibt’s GIMP als Download, Tutorials und Einiges mehr.

Ein Gedanke zu „GIMP gegen Abo Abzocke?

  1. Danke für diese ausführliche Information. Ich habe schon lange nach einer Alternative gesucht, da ich ein Grafikprogramm zwar benötige, aber nicht immer und im vollen Umfang wie Photoshop und Co. Hinwieder muss ich mal ein paar Bilder für´s Web obtimieren usw. dafür reicht Gimp vollkommen aus. Und dann ist es auch noch kostenlos, was will man mehr:-)

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